Entfernung Mammutbaum Spital Walenstadt

In den Medien wurde berichtet, dass der Mammutbaum auf dem Parkplatz des Spital Walenstadt gefällt wurde. Die SR RWS möchte dazu einige Hintergrundinformationen liefern.

Am 3. Januar 2018 verursachte der Sturm Burglind beim Mammutbaum auf dem Parkplatz des Spital Walenstadt einen Astabbruch, der direkt auf ein parkiertes Auto gefallen ist. Der abgebrochene Ast hatte ein Gewicht und eine Grösse wie ein normaler ausgewachsener Baum. Das Auto erlitt einen Totalschaden (siehe Foto). Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden.

Um weiteren Schäden vorzubeugen und Personenschäden zu verhindern, wurde gleich nach diesem Ereignis eine fachmännische Beurteilung in Auftrag gegeben. Dabei wurde für den Mammutbaum ein weiteres Risiko festgestellt (siehe Auszug aus der Begutachtung am Ende des Textes).  Deshalb hat die GL auf Basis der fachmännischen Beurteilung in der Sitzung am 19. April entschieden, dass der Baum gefällt wird, denn die Spitalregion RWS ist als Eigentümer der Spitalanlagen für die Sicherheit auf dem Areal verantwortlich. Auf Grund der Dimension dieses Baums beurteilten wir die Gefährdung für ein weiteres Ereignis auch mit solchen Massnahmen als immer noch zu gross. Die Spitalregion RWS kann und will unter diesen Umständen die Verantwortung für ein wiederholendes Ereignis im Bereich der Parkplätze mit dem Risiko eines grossen Personenschadens nicht übernehmen. Natürlich ist der SR RWS  der Naturschutz und insbesondere der Schutz des Baumbestandes auf dem Spitalareal ein Anliegen, aber wenn es um die Abwägung von Personengefährdung und Baumschutz geht, muss das Wohl unserer Patienten, Besucher und Mitarbeitenden im Vordergrund stehen.

Die anderen Mammutbäume im Spitalpark wurden ebenfalls untersucht. Diese Bäume weisen aktuell wesentlich weniger Probleme auf und sind gesund. Da sie im Park stehen und keine unmittelbare Gefahr für Personen besteht, können diese Bäume durch regelmässige Pflege und Kontrolle stehen bleiben.

 

Auszug aus der Beurteilung:

Das Holz des Mammutbaumes ist sehr robust und verfügt über eine hohe Resistenz gegenüber Schaderreger jeglicher Art. Aufgrund der geringen Elastizität ist es hingegen anfällig gegenüber Schneedruckschäden. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet ist dieser Umstand eher unbedeutend, wobei in unseren Breitengraden dadurch häufig Defekte die Folge sind. Meist sind die ausladenden Kronenpartien in der unteren Baumkrone betroffen.

Im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Stämmlings vom 3. Januar 2018 sind drei wesentliche Faktoren zu erwähnen. Der Stämmling wuchs in nordwestlicher Richtung deutlich aus der übrigen Baumkrone heraus, wo er sich dann steil nach oben bog und im Laufe der Zeit beachtliche Dimensionen erreichte. Der Torsionsmoment, beispielsweise bei Schneedruck oder Windeinwirkung, am Astansatz ist in solchen Fällen enorm. Zweitens hatte der Ast bereits in der Vergangenheit diverse Holzrisse erlitten. Ebenso das folglich unregelmässig ausgebildete Dickenwachstum, mit welchem den Schwachstellen entgegengewirkt wurde. Im Zuge der Unterhaltsarbeiten wurde dieser Stämmling bereits mehrmals entlastet um die Wahr-scheinlichkeit eines Versagens zusätzlich zu mindern. Drittens sind auch die Windbedingungen zum Zeitpunkt des Ereignisses zu berücksichtigen. Die Windstärken des Orkans ‚Burglind' erreichten flächendeckend Spitzen von deutlich über 100 Km/h. Unter solchen Gegebenheiten können Schadereignisse an Bäumen schlicht und einfach nicht mehr ausgeschlossen werden.