SR RWS bietet innovative Behandlung für Knorpelschäden am Knie

Das Team der Knie-Chirurgie der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SR RWS) mit Dr. med. Pascal Gerhard und Dr. med.  Markus Kasiman bietet seit kurzem neben den herkömmlichen operativen Therapien in der Knorpelchirurgie ein neues Verfahren zur körpereigenen Knorpelzelltransplantation an. «Wir sind schweizweit eines von wenigen Spitälern, die dieses innovative Verfahren einsetzen», erklärt Dr. med. Johannes Erhardt, Chefarzt Orthopädie in der SR RWS.

Bei diesem neuen Verfahren werden körpereigene Knorpelzellen zur Rekonstruktion eines Knorpelschadens transplantiert. «Der Gelenksknorpel besitzt aufgrund einer schlechten Durchblutung sowie eines niedrigen Gehaltes an Knorpelzellen ein geringes Potenzial zur Heilung», so Dr. Erhardt. «Deshalb bildet sich nach einer Knorpelverletzung kein neuer Knorpel». Unbehandelt bleibt deshalb der Knorpelschaden bestehen und kann zu anhaltenden Problemen im Kniegelenk führen.

Die körpereigene Knorpelzelltransplantation wird in zwei Schritten durchgeführt. Dabei wird in einer ersten Operation über eine Kniegelenksspiegelung aus einem unbelasteten Kniegelenksanteil eine kleine Menge an Knorpel entnommen. Diese Knorpelzellen werden anschliessend im Labor vermehrt und auf einem Trägermaterial angesiedelt, wo die Zellen bereits beginnen, Knorpelgewebe zu bilden. «Nach ca. drei Wochen wird dieses Gewebe nach einer sogfältigen Qualitätskontrolle in Form eines Transplantats an unser Spital geliefert und kann in einer zweiten Operation eingesetzt werden», beschreiben die Spezialisten den Ablauf. Dafür wird das Transplantat an den bestehenden Knorpeldefekt angepasst und fixiert. Über einen Zeitraum von 12 Monaten produzieren die Knorpelzellen dann weiter neues Knorpelgewebe und ermöglichen eine Defektheilung mit biomechanisch hochwertiger Knorpelgrundsubstanz. «Dadurch können unfall-bedingte Defekte gut behandelt werden. Zudem können Patienten bei gutem Verlauf der Heilung und Rehabilitation ihr Knie im Verlauf wieder ohne Einschränkung belasten», nennen Dr. Gerhard und Dr. Kasiman die Vorteile für die Patienten.